Point Loma Leuchtturm

Point Loma Leuchtturm

Wer sich mit der Geschichte von San Diego auch nur ein klein wenig auseinander setzt, der wird schnell feststellen, dass das Militär hier stets eine äußerst wichtige Rolle gespielt hat. In erster Linie ist damit natürlich die Navy, die Marine, gemeint, für welche die Stadt bis heute einen wichtigen Stützpunkt am Pazifischen Ozean darstellt, zumal es sich natürlich um den größten und nächsten Hafen auf dem Weg nach Mittel- und Südamerika handelt. Noch deutlich wichtiger ist aber selbstredend der „Zugriff“ auf die asiatischen Staaten auf der anderen Seite des Pazifiks – man denke nur an Japan – und auch Hawaii lässt sich von San Diego aus, ausreichend Zeit vorausgesetzt, bestens ansteuern. Die Rolle der Navy hat, auch dank der zunehmenden Freundschaft oder Verbundenheit von USA und asiatischen Ländern, über die Jahrzehnte hinweg zwar nachgelassen, aber auch im 21. Jahrhundert gilt sie noch als einer der wichtigsten Arbeitgeber der Stadt.

Warum ich all das schreibe? Nun, weil man der Navy auf seiner Rundreise durch San Diego immer wieder begegnen wird und nirgendwo so direkt wie in Point Loma mit seinem Leuchtturm. Auch wenn eben jenes Lighthouse häufig mit Point Loma gleichgesetzt wird, handelt es sich dabei eigentlich um einen Stadtteil beziehungsweise eine Halbinsel, auf der sich eben jener Stadtteil befindet. Diese Halbinsel liegt westlich von Downtown und ragt weit gen Süden ins Meer hinein, ihre Spitze liegt sogar ein ganzes Stück weiter südlich als der südlichste Rand von (der anderen Halbinsel) Coronado in der Bucht.

In Point Loma leben etwa 50.000 Einwohner, die überwiegend der Mittelklasse der Gesellschaft entstammen, im Westen findet man aber auch ein paar schöne Aussichtspunkte auf den Pazifik sowie ganz am Ende der Spitze den bereits angesprochenen Leuchtturm. Auf dem Weg dorthin muss man allerdings mitten durchs Sperrgebiet des Militärs, was einem bei einem ersten Besuch schon ein wenig Angst einjagen oder einen zumindest ein wenig verunsichern kann. Denn die hohen Zäune, die gut gesicherten Eingänge und Tore sowie die finster dreinblickenden Wachtposten, das ist nicht unbedingt das, was man auf dem Weg zu einer Sehenswürdigkeit erwartet – auch in dem grundsätzlich großen Wert auf die Sicherheit legenden Südwesten der USA nicht.

Doch diese kleine Gefühl des Unwohlseins lohnt sich, denn hat man das Sperrgebiet Fort Rosecrans erst einmal durchquert, erreicht man schließlich das Cabrillo National Monument mit seinem Old Point Loma Leuchtturm. Eine allzu lange Historie sollte man bei dem allerdings nicht erwarten, denn es wurde zwar schon im Jahre 1855, was für die USA ja recht früh ist, aber auch im Jahre 1891 schon wieder abgeschaltet, war also lediglich 36 Jahre in Betrieb – keine besonders lange Zeit, wenn man ehrlich ist, und auch mit seiner Höhe von nur knapp 14 Metern ist der Leuchtturm nicht unbedingt beeindruckend.

Das tut der Freude jedoch keinen Abbruch, denn das wirkliche Highlight dieser Sehenswürdigkeit ist ohnehin der Ausblick auf San Diego, den man von hier oben genießt, denn quasi die gesamte Stadt inklusive der Bucht und der Halbinsel Coronado lässt sich von hier oben aus erblicken. Sogar den Flughafen kann man sehen und auch auf den Pazifik erhält man einen besten Ausblick. Ebenfalls nicht verpassen sollte man die zu Ehren des Entdeckers Cabrillo errichte Statue, nachdem auch das hiesige National Monument benannt wurde. Sie ist bei den Einheimischen sogar noch beliebter als das Lighthouse an sich, hat es den Anschein.

Den Eintritt von 5$ pro Fahrzeug ist das Cabrillo National Monument auf jeden Fall wert, mit dem America the Beautiful Pass kommt man ohnehin kostenlos hinein. Die Öffnungszeiten liegen immer von 9 Uhr bis 17 Uhr, nur an großen Feiertagen wie Weihnachten und Thanksgiving ist geschlossen.