San Diego: Auch für Wohnmobile eine Option?

So schön die Großstädte im Südwesten der USA auch sein mögen, sie alle haben ein kleines Problem: Mit dem Wohnmobil kann man in ihnen fast gar nicht übernachten, denn die in den USA so beliebten RVs (oder auch: Motorhomes) benötigen in erster Linie mal eines, viel Platz nämlich – und den gibt es naturgemäß im Stadtzentrum einer City mit mehreren hunderttausend Einwohnern kaum. Zumal nicht nur San Diego, sondern auch Los Angeles, San Francisco und zu einem gewissen Las Vegas ganz anders aufgebaut sind als europäische Städte, so dass sich selbst in den Vororten, in denen man vielleicht in Europa Campingplätze vermuten könnte, kaum etwas findet.

San Diego ist nicht unbedingt eine Ausnahme dieser Regel und doch kommt man hier als Camper mit dem Wohnmobil auf einer Rundreise zumindest besser unter als in Los Angeles oder San Francisco, und besser bedeutet in diesem Fall: Sowohl auf einem annehmbaren Campground als auch in relativer Nähe zu Stadt. In LA bieten sich bis auf ein paar unschöne Plätze in der Nähe des Flughafens (also in Inglewood) fast gar keine vertretbaren Optionen, aber auch in Frisco sieht es nicht viel besser aus. Nur Las Vegas bietet am Rande des Strips noch ein, zwei Übernachtungsmöglichkeiten für Camper an, aber das soll hier ja nicht das Thema sein.

Wo befinden sich diese Campingplätze in San Diego also und wie heißen sie? Nun, genau genommen, gibt es zwei, die eine Überlegung wert sind und beide ohne Einschränkungen empfohlen werden können. Zum einen ist da das Campland on the Bay, das sich – wie der Name schon sagt – an der Mission Bay im Norden des Stadtzentrums befindet, aber nicht weit von selbigem entfernt ist. Man befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft von Sea World, auch nach La Jolla im Norden oder zum Strand im Westen ist es nicht weit. Ebenso hat man keine weite Anfahrt zum Fashion Valley, wo man wunderbar einkaufen kann, auch Old Town ist erreichbar, genauso wie der Balboa Park. Lediglich bei der Fahrt nach Downtown sollte man den öffentlichen Nahverkehr nutzen, was jedoch kein großes Problem darstellt.

Am anderen Ende des Stadtgebiets, im Süden also, liegt zudem der San Diego Metro KOA zwischen National City und Chula Vista sowie zwischen Interstate 5 und 805. Das klingt auf den ersten Blick deutlich schlechter, tatsächlich jedoch ist der Campground der Kette KOA (Kampgrounds of America) recht ruhig gelegen und sogar schöner, einen Tick idyllischer als das Pendant im Norden der Stadt. Abstriche muss man lediglich bei der Erreichbarkeit machen, denn die meisten Sehenswürdigkeiten befinden sich nun einmal im Norden, weshalb man jedes Mal wieder dorthin fahren muss. Das geht über die Interstates zwar recht schnell, ist aber trotzdem ein bisschen umständlich. Auch Downtown erreicht man von hier aus am besten mit dem öffentlichen Nahverkehr.

Letzten Endes muss man sich als Camper in San Diego also entscheiden: Möchte man einen für eine Stadt sehr schönen Platz in recht ruhiger Lage? Dann ist der KOA erste Wahl. Soll es hingegen vor allem um die Lage gehen, dann ist man im Campland on the Bay besser aufgehoben. Preislich geben sich die beiden Unterkünfte nicht viel, wie in den meisten Städten wird hier ein hohe zweistelliger Dollarbetrag fällig. Für zwei, drei Tage geht das aber sicher in Ordnung.